Wenig Geld, aber kaum Streit und jede Menge Fröhlichkeit

2019 01 22 11.16.18 2 1 So hat unser Rektor Herr Fischer das Fatima Center, ein Waisenhaus, auf den Philippinen erlebt. Er war mit einer Gruppe von 19 Personen in den Weihnachtsferien dort. Nun zeigte er den Reichenbacher Grundschülern Bilder und erzählte eine Stunde von seinem Aufenthalt, dem Land und den Menschen. Vor allem natürlich vom Fatima Center, das von der Philippinin Schwester Felicitas gegründet wurde und noch heute geleitet wird. Die Kinder waren sehr interessiert und hatten viele Fragen. Vor allem, als sie erfuhren, dass Uli Fischer vor 20 Jahren selbst einmal in der Schule, die zum Waisenhaus gehört, unterrichtet und dort gelebt hat. Für sie war manches, was auf den Bildern zu sehen war oder was sie hörten, doch sehr erstaunlich. Die Klassen hatten bis zu 70 Schüler und jeder besaß nur einen Stift und ein Heft für alle Fächer. Die meiste Zeit trugen die Kinder Flip-Flops und morgens um 5.15Uhr mussten alle aufstehen und vor dem Frühstück schon einen "Arbeitsdienst" verrichten, denn "Nothing is for free!" (Nichts ist umsonst!) Nachmittags hatten sie nochmals Schule, Arbeitsdienst, Gottesdienst, Abendessen, Spiele und um 21.00Uhr mussten alle ins Bett. So der Tagesablauf. Den Kindern im Heim geht es recht gut und um sich später im Leben zurecht zu finden, wird Luxus vermieden. Den sah man auch auf den Bildern nicht. Zumindest keinen finanziellen, aber die Kinder im Heim haben einen anderen, ganz besonderen Besitz: die Gemeinschaft, ihre Freude und die Möglichkeit einer Schul- und Ausbildung. Die Waschplätze waren sehr einfach, sogar Siebenjährige mussten ihre Kleidung schon selbst waschen, die Toiletten hatte Herr Fischer (lieber) nicht fotografiert, im Schlafsaal hatte jeder nur ein großes Fach für seine sämtlichen Habseligkeiten, sieben Buben und ihre Eltern wohnten in einem sehr kleinen Häuschen und für Zahnpaste und -bürsten fehlte in vielen Familien das Geld. Dafür kletterten die Kinder geschickt auf hohe Kokospalmen, um die Nüsse zu holen, deren Fruchtfleisch viel weicher ist und besser schmeckt, als bei den hier gekauften. Die Besucher aus Deutschland erlebten kurz nach den Weihnachtstagen auch einen schweren Taifun, der Unmengen von Regen mit sich brachte. Stromausfall, Überschwemmungen, Erdrutsche und über 60 Tote waren die Folgen. Auf den Bildern konnten wir einige Auswirkungen sehen. Das Kinderheim hatte noch Glück und war glimpflich davon gekommen. Grund dafür war auch die massive Bauweise der Gebäude, die anders als viele Hütten dem Wind und Regen standhielten. Am Ende des Aufenthalts, beim Abschiedsfest wurde sogar ein Schwein gegrillt. Auf dem sonstigen Speiseplan steht normal kein Fleisch, sondern Reis, Reis, Reis. Darüber staunten die Reichenbacher Kinder genau so, wie über das wertvolle Geschenk, das die Gäste aus Deutschland mitgebracht hatten: Jedes Kind erhielt einen Bleistift, einen Radiergummi und ein Geodreieck! Keine Selbstverständlichkeit auf den Philippinen. Wer mehr über das Fatima Center erfahren oder dieses unterstützen möchte, kann sich gerne an Andrea und Uli Fischer (Tel.:07803-600890) wenden.

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